Interview mit Laura Kneidl

Hallo ihr Lieben, 

auf der Frankfurter Buchmesse hatten Sara von Foxy Books und ich die Möglichkeit Laura Kneidl zu interviewen. Ich war sehr nervös, weil dies mein erstes Interview war, aber Laura war total herzlich und lieb und so verlor ich auch schnell meine Nervosität. 

Und hier ist nun das Interview für euch: 

Sonja: Wie kamst du denn auf die Idee zu “Die Krone der Dunkelheit”?

Laura:Das ist immer so eine Frage, die super schwer zu beantworten ist. Die ersten Notizen habe ich noch in einem ganz alten zerfledderten Moleskin-Notizbuch. Da habe ich die erste Notiz davon gemacht: Prinzessin sucht ihren Bruder; muss ins andere Land gehen; gefährliche Kreaturen! Und die Ideen haben sich dann mit den Jahren so angesammelt. Ich habe dann mal mit einer Freundin, Mona Kasten, über High-Fantasy geredet und dann bin ich wieder über diese Idee gestolpert und hatte sie wieder im Kopf. Und über die Jahre haben sich dann so viele Ideen angesammelt. Gerade die Mauer und die Wächter – das ist auch so Game of Thrones, weil ich das einfach so liebe. Ich liebe Game of Thrones, ich liebe John Snow und ich finde das Konzept einfach so cool und ich wollte unbedingt so etwas eigenes in meine Geschichte adaptieren, weil ich das einfach mega finde. Es gab einfach ganz viele Einflüsse, wie diese Idee dann so entstanden ist.

Sara: Ich war in Hannover auf der LYX-Lesung und da hattest du erzählt, dass es so Probleme gab mit den Namen der Charaktere, weil die relativ ähnlich waren. War das das größte Problem für das Buch oder gab es irgendwas anderes was es noch schwieriger gemacht hat? Gab es irgendetwas wo du sagen kannst: ok, das hat mich im Schreiben gestoppt?

Laura:Zur Erklärung: Das Problem war mit den Namen fürs Hörbuch. Ich hatte mir die Namen ausgedacht und die sahen geschrieben komplett unterschiedlich aus und irgendwann habe ich angefangen mir den Text laut vorzulesen und dann habe ich gemerkt, dass die Namen ausgesprochen super ähnlich klangen. Und dann habe ich mir gedacht: sollte es in ferner Zukunft irgendwann mal ein Hörbuch geben, wäre das irgendwie echt scheiße für den Sprecher und den Zuhörer. Und ich habe das dann geändert und bin jetzt tatsächlich so froh drum, denn noch in Hannover selbst habe ich eine E-Mail bekommen, dass es ein Hörbuch-Angebot gibt. […] Das war dann in dem Sinne schwer, dass man sich an den Namen schon so gewöhnt hatte und man hatte diesen einen passenden Namen und musste plötzlich einen anderen finden, der dann passt. Das war einfach nicht schön, aber das war nicht so arbeitsintensiv. Ich glaube das aufwendigste an der Geschichte war wirklich die Vorarbeit. Der Weltenbau – bevor ich angefangen habe zu Schreiben, habe ich ein Expose geschrieben über die Völker, die Währung […] Ich habe dann eine 65 seitige Anleitung zu den Charakteren, dem Weltenbau und dem Plot geschrieben. Und das war eigentlich die größte Arbeit.

Sonja: Ich finde ja, die Fae sind momentan schon ziemlich beliebt in Fantasybüchern. Sarah J. Maas hat sich ja eher dazu entschieden sie als die Guten darszustellen, bei dir sind sie ja eher die Bösewichte. Was hat dich dazu bewogen, das so darzustellen?

Laura:Also ich muss sagen, ich glaube, dass sie bei mir auch nicht wirklich die Bösen sind. Ich finds langweilig wenn etwas nur schwarz oder weiß ist. Ich finde es gehört immer eine Vielschichtigkeit dazu und ich meine, natürlich sind die Fae aus der Sicht der Menschen böse, weil die Fae im Krieg die Menschen getötet haben. Für die Fae sind die Menschen die Bösen […] Ich glaube nicht das sie die Bösen sind, aber das ist immer so eine Einstellungsfrage.

Sara: Wie lange hast du jetzt an dem Buch geschrieben?

Das lässt sich leider gar nicht so leicht sagen. Nachdem ich das Konzept ausgearbeitet hatte, habe ich mich hingesetzt und eine Leseprobe von 50 Seiten geschrieben. Da war aber auch noch kein Vertrag da und ich wusste noch nicht, ob irgendjemand das Projekt überhaupt möchte. Ich habe dann 50 Seiten geschrieben und die an meine Agentur geschickt – die fanden die 50 Seiten noch nicht so ganz überzeugend. Die haben ihnen noch nicht gefallen und so gingen die Seiten dann nochmal zurück an mich. Ich habe sie dann nochmal neu geschrieben und dann fand die Agentur sie gut und es kam die Rückmeldung: Laura, schreib noch etwas weiter. Dann habe ich etwas weiter geschrieben und die ersten 250 Seiten verfasst, bevor wir diese einem Verlag angeboten haben. Das hat sich alles dann etwas gezogen, da ich zu der Zeit auch schon andere Projekte hatte […] Es war also alles sehr gestückelt. Theoretisch kann ich dann sagen, ich habe 4 Jahre daran geschrieben. Aber auf die Monate gekürzt waren es dann so 8-9 Monate.

Sonja: Mein Lieblingscharakter ist Ceylan – ich finde die absolut gelungen. Aber wer ist denn dein Lieblingscharakter?

Laura:Das ist eine echt gemeine Frage. Ich mag halt generell wirklich alle. Ich habe halt so viel Zeit mit denen verbracht und ich habe halt das Gefühl, ich kenne sie alle richtig gut. Ich weiß, wo ihre Stärken sind – was sie liebenswert macht. Aber ich weiß auch, wo ihre Schwächen liegen, wo sie echt scheiße sind, wo man sagt: die Charaktereigenschaft finde ich jetzt an der Person nicht so gut. Ansonsten fühle ich mich immer zu dem Charakter hingezogen, der es mir beim Schreiben einfach macht. Aktueller Stand ist es gerade Elroy.

Sara: Kannst du sagen, was du lieber schreibst? Fantasy oder New Adult? Oder ist beides dein Ding?

Laura:Beides! Ich finde beide Genres haben Vor- und Nachteile was das Schreiben angeht. Ich finde die Abwechslung einfach schön und ich glaube ich würde mich langweilen, wenn ich nur New Adult schreiben würde. Aber nur High-Fantasy zu schreiben wäre mir auch zu anstrengend, weil es kopflastiger ist als New Adult und ich glaube, das merkt man auch beim Lesen. New Adult ist so schön und man liest das so weg und man kann sich beim Schreiben bei den Charakteren mehr austoben, während man beim High-Fantasy sehr konkret schauen muss, was in ein Kapitel an Charakteren, Plot und Weltenbau reinmuss. Man muss dort einfach mehr in weniger erzählen.

Sonja: Welches deiner vielen tollen Bücher ist denn dein absolutes Herzensbuch?

Laura:Da muss ich echt sagen: Die Krone der Dunkelheit. Es ist tatsächlich so, denn ich hab so lange daran gearbeitet. Aber ich liebe all meine Bücher und ich habe all meine Bücher gerne geschrieben und im Januar nächsten Jahres kommt auch ein neues LYX-Buch, Someone new, und das ist aus vielen Gründen auch ein ganz besonderes Buch für mich. […]  Aber Die Krone der Dunkelheit ist so das Buch, wo ich am meisten ich bin oder wo es die Dinge sind, die ich am meisten mag oder auch selber am liebsten lesen mag.

Sara: Das heißt: wenn nicht dein Name auf dem Buch stehen würde, dann wäre es ein Buch, was du nehmen würdest, weil du es unbedingt lesen müsstest?

Laura:Genau! Wenn es jemand anderes geschrieben hätte, dann würde ich wirklich sagen: es sind halt so viele Dinge drin die ich einfach schön und wichtig finde.

Sara: Letzte Frage: Wie gefällt dir dein Cover? Und durftest du mitreden? 

Laura:Das Cover – ich liebe es. Es ist einfach wunderschön und ich mag das Cover so gerne. Ich durfte mitreden. Ich habe meiner Lektorin damals ein paar Fantasycover geschickt, die ich mochte und die mir nicht so gefallen haben um vielleicht zu wissen, in welche Richtung es gehen soll. Ich habe dann zur Leipziger Buchmesse Entwürfe bekommen und die waren absolut grauenhaft. Es tut mir wirklich leid, aber die haben mir persönlich überhaupt nicht gefallen. Und ich bin einfach so unglaublich dankbar, dass Piper darauf gehört hat. Ich habe dann drei neue Coverentwürfe bekommen und die waren alle unglaublich schön. Und dann hatte ich diese drei unglaublich schönen Cover und musste mich entscheiden. Ich habe dann den ganzen Tag nichts anderes gemacht, als über diese Cover nachzudenken und dann haben wir eben das genommen, was es aktuell ist.

Vielen lieben Dank Laura, für das schöne Interview!

2 thoughts on “Interview mit Laura Kneidl

  1. Liebste Sonja,

    ich habe auch eben schon auf dem Blog von Sara vorbeigeschaut und wollte auch hier noch mal sagen, dass ich das Interview richtig klasse finde. So toll, dass ihr Laura treffen durftet. Ich würde sie auch – nach all den Instagram und Twitter-Gesprächen – so gerne einmal kennenlernen.

    Die Krone der Dunkelheit habe ich mir gestern gekauft und ich bin schon super gespannt drauf. Ich freue mich riesig darauf, das Buch zu lesen, aber ich bin mir sicher, dass Laura mich nicht enttäuschen wird.

    Ganz liebe Grüße
    Ivy

    1. Huhu liebe Ivy,

      ich glaube, dass dir das Buch unwahrscheinlich gut gefallen wird! Ich bin schon richtig gespannt. Viel Freude beim Lesen <3

      Liebste Grüße

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